In der O2-Worl fand der erste Kampf der World Six statt, Hauptakteur: Arthur Abraham. König Arthur, bekanntlich sein Rufname, hat gegen jeden möglichen Gegner gekämpft und gegen jeden gewonnen.
Damit Deutschlands neuer Darling im Ring (Ein Emigrant, wie Sarazin ihn sich wünschen würde!) sich nicht langweilt und vielleicht noch arme Zivilisten vermöbelt, wechselte er in eine höhere Gewichtsklasse.
Man erdachte die World Six und nun balgen sich sechs Anwärter um den Titel des Weltbesten, der König hat wieder jemanden zum spielen. Dabei springt vor allem eines ab: Weltweite Annerkennung und Aufmerksamkeit, die sich auch der in letzter Zeit durch Niederlagen auffallende US-Amerikaner Jermain Taylor wünschte.
Zunächst war der Spaß imposant anzusehen, mit beeindruckender Lichtshow und der Vorfreude auf einen Kampf der Giganten. Aber dann: Taylor läuft zu Michael Jacksons „Bad“ ein…hallo? Leise, lasch, lau. Respekt vor dem Riesen möchte sich nicht recht einstellen.
Und dann erst Abraham! In einem lächerlichen, ans Grenzdebile reichenden Kostüm marschiert er zu einem selten langweiligen Lied der Skorpions ein.
Immerhin das Gitarrensolo für die Nationalhymnen war Super Bowl-reif, endlich Gänsehaut! Und dann: Let’s get ready to rumble!
Abraham gegen Taylor, 12 Runden. Abraham schaut überlegen, Taylor kann nur nach Vorn. Wenn er jetzt verliert, ist es für ihn vorbei, das macht ihn auch gefährlich. Der mexikanische Ringrichter wirkt gegen die Muskelprotze wie eine Puppe.
Die ersten fünf Runden passiert Nichts, wenn man von dem Tiefschlag Taylors absieht. Der Kommentator bezeichnet es als Krimi, ich empfand es als Krampf. Abraham wird immer genervter, Taylor hingegen immer aggressiver.
In der sechsten Runde dann reißt auch noch des Königs Hose und damit wohl auch sein Geduldsfaden, ab der siebenden wird’s endlich heiß, in der achten tänzelt Abraham um Taylor herum, verspottet ihn fast und teilt vor allem gewaltig aus. Taylor gibt nicht auf, beweist erstaunliche Kondition. Der Gewinner erhält zwei Punkte, durch K.O.-Sieg drei.
Die zwölfte Runde wird ein einziger Faustregen für Taylor, doch er scheint Abraham keinen dritten Punkt zu gönnen und dann, 15 Sekunden vor Schluss! Da geht es nur BAM! und Jermain Taylor fällt wie ein Baum. Artur Abraham gewinnt wieder einmal durch K.O. und entschädigt mit einem so unerwarteten, spektakulären Ausgang für die ersten öden Runden. Darum nennt man ihn wohl König. Auf höchst majestätische Art lieferte er eine bombastische Show und einen sensationellen Auftakt der Word Six Series. Und er lässt keinen Zweifel daran, wen er für den Besten der Welt hält:
♥Hoch lebe König Arthur!♥